Für ein paar Wochen bin ich wieder in Santa Cruz mit meiner Familie, werde mehrmals die Stiftung besuchen und hier davon berichten.

Heute durfte ich der Sitzung der Bereichsleitenden beiwohnen. Ein wunderbarer Überblick über die verschiedenen Aktivitäten der Stiftung wurde mir damit geboten. Gerne teile ich diesen hier.

Die Stiftung ist in verschiedene Arbeitsbereiche unterteilt, u.a. Bildung, Sozialarbeit, Kunst, Ernährung, Gesundheit. Alle drei Monate tauschen sich die Bereichsleitenden untereinander aus, um die interdisziplinäre Zusammenarbeit zu koordinieren und die KollegInnen der anderen Bereiche über die verschiedenen Angebote und Projekte auf dem Laufenden zu halten.

Hier ein paar aktuelle Zahlen und Fakten aus dieser Sitzung:

  • Rund 600 Familien werden aktuell von der Stiftung unterstützt.
  • Es gibt 846 Ausbildungspatenschaften, davon 130 in der höheren Ausbildung (Uni, Technische Ausbildung).
  • Ende 2025 haben 68 SchülerInnen den Schulabschluss geschafft, 13 StudentInnen haben einen Uni-Abschluss gemacht und 16 StudentInnen eine technische Ausbildung abgeschlossen.
  • Der Bereich Bildung beobachtet und begleitet die schulische Entwicklung aller Ausbildungs-Patenkinder und unterstützt bedarfsorientiert mit Stütz- und Förderunterricht sowie Lerntherapie. Dies tut das Team Bildung komplementär zur regulären Schule, welche die Kinder ausserhalb der Stiftung besuchen.
  • Rund 210 Kinder und Jugendliche besuchen die Kunstkurse (Instrumentalunterricht, Chor, Orchester, Malen u.a.), die für viele der Kinder und Jugendlichen aus schwierigen Familienverhältnissen eine positive Form der Freizeitgestaltung darstellen und ihr persönliches Wachstum fördern.
  • Aktuell sind 3 Esssäle in Betrieb, in denen rund 700 Kinder von Montag bis Freitag ihr Mittagessen bekommen. Von denen haben 380 Kinder eine Ernährungspatenschaft.
  • Es laufen verschiedene Gesundheitsprogramme, insbesondere zur Sicherstellung, dass sich die Kinder der Stiftung gesund entwickeln.
  • 2026 werden 25 neue Familien von der Stiftung unterstützt. Sie haben den ausführlichen Anmeldeprozess durchgemacht und sich verpflichtet, mit ihren Familien an den Aktivitäten zur Förderung der Kinder aktiv teilzunehmen. Der Stiftung ist es sehr wichtig, dass die Familien nicht nur passiv die Unterstützung der Stiftung in Anspruch nehmen, sondern aktiv an den verschiedenen und ganzheitlich angelegten Unterstützungsprogrammen teilnehmen, mit dem Ziel, dass die ganze Familie sich weiterentwickeln kann und sich diese Entwicklung positiv auf ihre Zukunft auswirkt.

Ich bin immer wieder beeindruckt von der stark verankerten interdisziplinären Zusammenarbeit, die die Stiftung ausmacht. Ein Beispiel: Das Team Bildung stellt fest, dass ein Jugendlicher Gefahr läuft, das Schuljahr wiederholen zu müssen. Es informiert die Sozialarbeitenden, damit diese mit der Familie des Jugendlichen die Ursache für die schwachen schulischen Leistungen herausfinden kann. Zusammen mit dem Team Bildung und wo nötig den Psychologinnen werden Unterstützungsmassnahmen erarbeitet und mit dem Jugendlichen, unter Einbezug seiner Eltern, umgesetzt.

Hier möchte ich auch noch anmerken, dass die stiftungsinterne Statistik klar aufzeigt, dass die Anzahl Schuljahrwiederholungen seit 2012 stark gesunken ist (von knapp 100 auf rund 40 pro Jahr).

Die Stiftung ist seit einiger Zeit in einem Restrukturierungsprozess, um die Unterstützungsleistungen noch effizienter zu koordinieren und aufeinander abzustimmen. Es macht mir Freude zu sehen, dass die Programme stabil weiterlaufen, das Personal nach wie vor motiviert und mit gutem Zusammenhalt (Motto «Wir sind eine grosse Familie Niño Feliz!») weiterarbeitet und vor allem der Stiftung treu bleibt. Seit meinem letzten Besuch vor 3 Jahren gibt es fast keine personellen Veränderungen zu verzeichnen.

Ich freue mich auf die weiteren Begegnungen in den nächsten Tagen.

Santa Cruz, 25. März 2026, Kathrin Büschi